Mittelalterlager Purgstall 2019

Mittelalter mit Leib und Seele

Samstag 20.04. – Montag 22.04.2019 (Ostern)
ab 11:00 Uhr nur für gewandete Tagesgäste

Schlosspark in Purgstall an der Erlauf

Bericht von Matthias Reicher

Auch 2019 hat uns der unwiderstehliche Lockruf Purgstalls ereilt und wir sind in Richtung Lagerleben gezogen.

Doch was ist das Lagerleben eigentlich? Man stelle sich einen Ort vor, umgeben von Wald und Wiese, an dem die Menschen überall ihre Zelte und Lager aufbauen um sich dem Mittelalter hinzugeben. So verbringen sie dann einige fröhliche Tage zusammen und gehen ihrem Handwerk nach. Der Schuster macht seine Schuhe, der Tischler hobelt und schnitzt vor sich hin, man  fertigt Schmuck aus Draht, verarbeitet Pflanzenfasern aller Art oder näht… Dieses bunte Treiben ist quasi eine geschlossene Gesellschaft; gegen einen kleinen freiwilligen Obolus können tagsüber jedoch auch Leute von außerhalb, sofern sie die entsprechende Gewandung tragen, zur – öffentlich nicht beworbenen – Veranstaltung stoßen.

Als wir am Freitagnachmittag unser Lager aufbauten, fragten wir uns wieder einmal, was wir uns eigentlich dabei gedacht hatten, die Möbel aus massivem Eichenholz zu fertigen. Doch selbst dieser wortwörtlich sehr schwere Aufbau war nach ein paar Stunden erledigt. Damit war die Arbeit im Lagerleben allerdings noch lange nicht getan. Das Feuer wollte entfacht werden und stets am Leben bleiben und die Mahlzeiten wurden wie damals zubereitet, denn schließlich mussten hungrige Mäuler gestopft werden. Am Abend des ersten Tages brodelte also Bohnensuppe mit Speck über dem Feuer.  Perfekt, um sich nach dem harten Aufbau zu belohnen. Natürlich durften auch die Weine und der Met nicht fehlen, als man bis spät in die Nacht rund ums Lagerfeuer saß und sich mit den verschiedensten Leuten über Gott und die Welt und das Mittelalter unterhielt. Und dann tauchte auch noch jemand auf, der unseren Schuster zum Armdrücken herausforderte und sich mit ihm einen Kraftwettbewerb nach dem anderen lieferte. Wahrscheinlich sind die Ellenbogen der beiden immer noch wund.

Am nächsten Morgen ging es dann so richtig los. Frühstück wurde zubereitet, Milch über der Feuerschale gekocht, Eier geschlagen und was man sich sonst noch wünschte wurde vom Frühstücksbuffet unter freiem Himmel geholt. Nach der ersten Mahlzeit des Tages werkten alle brav vor sich hin. Auch die kleinen Kinder unserer Lagerfrauen waren mit von der Partie.  Aber es drehte sich nicht alles um die Arbeit der alten Zeit, denn selbstverständlich stand der Spaß an der Sache im Vordergrund.  Auch Wettbewerbe und Turniere gab es – Tauziehen! Bogenschießen! Hufeisenwerfen! Wikingerschach! Und tatsächlich meldeten sich Berti und Bernhard, Tischler Schuster aus unserem Lager, beim Wikingerschach an und kämpften sich am Samstag wacker durch die Gruppenphasen des Turniers. Die Färber des Lagers hatten in der Zwischenzeit ein schönes Osterprogramm: Mit den Kindern zusammen färbten sie mit Hilfe von Pflanzen und einem großen Kessel überm Lagerfeuer Ostereier.

Am Sonntag gab es dazu passend ein ganz besonders Highlight, nämlich die Ostereiersuche. Auch im Wikingerschach-Turnier ging es weiter und tatsächlichen schafften es unsere beiden Teilnehmer, sich auf den zweiten Platz durchzukämpfen. Dafür bekamen Sie bei der Siegerehrung nicht nur eine Medaille, sondern auch eine Flasche Feuerwasser und eine Flasche Bier inklusive eigenem Bierkrug. Dies war das schöne Finale unseres diesjährigen Lagerlebens.

Am Montagnachmittag begann, nachdem uns ein alter Bekannter aus der Mittelalterszene besucht hatte – an dieser Stelle liebe Grüße an Gregor –  leider auch schon wieder der Abbau, denn bekanntlich hat alles ein Ende. Das Mittelalter war da keine Ausnahme gewesen. Nach ein paar Stunden, in denen Zelte abgebaut, Möbel auf den Anhänger aufgeladen und die Magie des Mittelalters wieder in die Truhen gepackt wurde, blieb nur eines – nämlich die Vorfreude auf das nahende Fest in Leiben zu genießen. Dort werden wir im August nämlich wieder zusammentreffen, um zusammen in die alten Zeiten einzutauchen.

Ein großes Lob
an Hannes den Jausenträger, Matrina und Kurt von „Gaudium zur Purg“ für diese tolle Veranstaltung und aufwendige Organisation!

Hier haben wir einige Fotos (kunterbunt gemischt) von uns und anderen Handwerkern vom Lagerleben in Purgstall 2019.
Du findest die Fotos auch auf Facebook.

 

Fotos kommen noch

 

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